Wie wir zur Hotellerie kamen

Retro-Art-Hotel Lünen

wurde 1964 von meinen Eltern Theo und Hilde Schene erbaut. Sie hatten 1947 ein altes, brüchiges Wirtshaus mit Saal in Bersenbrück/Niedersachsen gepachte
LinksZentriertRechtsEntfernen
klicke, um eine Bildunterschrift hinzuzufügen
Unser
Unser erster Theo Schene baute dann 1950 zusammen mit Hilfe von Freunden eigenhändig zwei Festzelte mit denen er mit Treckern und Anhängern weit durch das Land zog und die er bei Schützenfesten aufstellte. 📷Familie Schene wollte aber weiterkommen, verkaufte alles in Bersenbrück und eröffnete in Münster 1954 den ” Aegidihof” eine Speisegaststätte mit Saalbetrieb und Taubenkeller für die Münsteraner Taubenväter. Im ” Aegidihof” bei Theo Schene fanden unzählige Karnevalssitzungen statt, der spätere Papst Ratzinger unterrichtete Theologie-Studenten im Saal, da die Universität durch Kriegseinwirkungen noch an Raummangel litt. Nicht zuletzt wurde der Lotto im Saal des Aegidihofs gegründet und über Jahre kamen jeden Sonntag Nacht hunderte von Frauen, die mit Schablonen dort Lottoscheine auswerteten. Theo Schene hat zwar nie im Lotto gewonnen aber richtig viel Pachteinnahmen vom Lotto bekommen.
Dann mußte was eigenes her. Er wollte ein Hotel ..Also zog Familie Schene nach Lünen und erbaute dort 1963 das ” Stadthotel”.. 1994 wurde das Haus nochmals kräftig erweitert und heißt heute ” Retro-Art-Hotel” – ein Haus im Retro-Stil der 60er Jahre mit moderner Kunst.
Unser Haus ist sicher nicht brandneu. Bewußt pflegen wir den Charme der 60er Jahre und setzen als Kontrast auf großartige moderne Kunst.  
📷

Der Tag der Currywurst

Lünen Hotel mit Currywurst

Mittwoch ist der Tag der Currywurst

Der Chef kocht selber

Currywurst ist Legende. Currywurst ist Kult. Currywurst Buden werden immer weniger. Schade. Die richtig guten Currywurst-Buden sind verdammt rar geworden. Hier bei uns im Ruhrgebiet sind ” Wurst Heini ” in Waltrop, Raimund Ostendorf mit seinem “Profigrill” in Wattenscheid und “Currywurst” in Herne zusammen mit dem von Grönemeyer besungenen “Bratwursthaus” in Bochum die absolute Spitze.

Im Retro-Art- Hotel Lünen ist Mittwoch ” Der Tag der Currywurst”. Meine Lieblingsbude “Speckmann in Herne”, die mehrfach als beste Currywurst -Bude in Deutschland ausgezeichnet wurde, mußte nach 53 Jahren wegen Krankheit schließen.Zu Ehren dieser großartigen Bude bereite ich nach Speckmanns Rezept  jeden Mittwoch diese einzigartige Sauce. Ich werde oft nach dem Rezept gefragt – darf ich nicht sagen. Habe ich so versprochen. Aber ein paar Bestandteile, die Sie sicher nicht vermuten würden verrate ich hier mal. Es ist brauner Zucker, Gewürzgurke und Orangensaft drin. Der Rest bleibt geheim.


Lünen Hotel
Rainer Ostendorf vom Profigrill in Wattenscheid

Hotelier am Rande des Wahnsinns

Hotel Lünen

8 Hotelbäder saniert und knapp vorm Wahnsinn

Weihnachtsruhe im Dezember. Alles könnte so schön sein.Ich freu mich 2 Wochen Betriebsruhe. In dieser Zeit können wir in aller Ruhe und gemütlich 8 Bäder sanieren lassen.Blöder kann man doch nicht sein – in Ruhe und gemütlich Bäder sanieren. Das ging mal in den 60ern. Wie bin ich nur auf diese Idee gekommen. Altersirrsinn??Von 8 neuen Duschwänden wurden 4 verspätet geliefert 1 richtig und 3 falsch.Die Duschwannengrößen, die wir brauchten, gab es nicht. Ja das Hotel ist nun mal 60 Jahre alt.An die unterschiedlichen Etagenhöhen hatte ich auch nicht gedacht. Also waren 2 Kabinen zu hoch.Von den Absperrventilen waren 2 nicht gängig.Der Fliesenleger hat mit dem Klepper rumgebrüllt, weil der die Duschwannen wackelig eingebaut hat. Der Klempner war der Meinung der Fliesenleger ist bescheuert.Der Duschwandeinbauer behauptete es fehlen Teile in der Lieferung. Die Firma war in Weihnachtsurlaub, also ging es nicht weiter. Ich habe dann die fehlenden Teile im Müll des Handwerkers gefunden.Nebenbei wurden falsche Fliesen geliefert.Also los andere besorgen. Die Rosetten der Duscharmaturen passten nicht.Mir passte gar nichts mehr. Ich habe ein Hackebeil genommen, mich in die Rezeption gesetzt und kategorisch erklärt: Der Handwerker der mir jetzt noch irgendeinen Scheiß erklärt, den spalte ich den Schaden.Dann ging es blitzschnell, Ruckzuck war alles fertig. Wir haben 8 neue Bäder – alles ganz easy, ruhig und gemütlich.So schön kann es als Hotelier sein.
Lünen Hotel Handwerker

Wo laufen sie denn, wo laufen sie hin

früher war mehr Lametta und die Ente muß sofort raus!

Lünen Hotel günstig

das war ja damals eine Sensation. Diese Art von Humor kannte ja keiner. British undercooled und zum brüllen komisch.
Was Loriot – Vico von Bülow – da geschaffen hat wird die Zeiten überdauern. Herr Müller-Lüdenscheidt, Lottogewinner Lindemann, die Jodel-Schülerin Hopenstedt, Wum und Wendelin bleiben uns unvergesslich. Der Kampf um die Badeente – herrlich. Auf Loriots Grab in Berlin werden deshalb immer wieder Badeenten hingestellt.

Ein Riesenspaß für mich, dieses Themenzimmer im Retro-Art-Hotel Lünen zu gestalten. Wenn man einen harten Arbeitstag hinter sich hat, jede Menge Ärger – dieses Zimmer stimmt wieder fröhlich.
Für mich ist dieses Zimmer auch eine Referenz an die wundervolle Evelyn Hamann, die kongeniale Sketch Partnerin für Loriot. Der von Loriot so geliebt Mops ist im Zimmer, eine Riesen – Badeente und natürlich Wum. Viel Spaß, wir werden Loriot immer dankbar sein und ihn nie vergessen.

Lünen Hotel Loriot

Helden im Ring

In diesem Zimmer fließt Blut

Lünen Hotel günstig
" Helden im Ring " - Themenzimmer " im Retro-Art-Hotel - es fließt Blut

Wir sind nur eine Viertelstunde von der Westfalenhalle in Dortmund entfernt. Dort fanden großartige Ringschlachten statt. Erich Schöppner, Peter Müller, Karl Miltenberger, Max Schmeling, Jupp Elze und der unvergessene ” Bubi Scholz” und viele andere großartige Boxer waren dort zu sehen. Eine richtige Boxarena – die Westfalenhalle.


Diese Zeit der großen Kämpfe habe ich wieder aufleben lassen im neuen Themenzimmer ” Helden im Ring “
Nur was für gute Nerven. Direkt über dem Bett ein schon an die Nerven gehendes Foto der Schlacht zwischen dem mutigen und großartigen Kämpfer Henry Cooper. Dieser Kampf, am 18 Juni  1963 vor 35 000 Zuschauern war eines der blutigsten Spektakel in der Boxsportgeschichte. Henry Cooper, heftig blutend,  hatte Ali in der 4 Runde am Boden und nur der Gong rettete Ali vor dem KO.

In der 6. Runde war es dann vorbei, der große Henry Cooper mußte aus dem Ring genommen werden. Auch den Rückkampf 3 Jahre später verlor Henry Cooper, der mehrfach auch in Dortmund boxte.

In dem Zimmer sind natürlich Boxhandschuhe, Boxershorts, Autogramme von Ali, Erinnerungen an Peter Müller und Bubis Scholz und ein Gong. Für die Boxsportfans unter den Gästen des Retro – Art-Hotel Lünen ein muß.

Lünen Hotel Themenzimmer Helden im Ring
Ali, Bubi Scholz und "De Aap " Peter Müller - ein Boxer mit Herz und Humor. Er schlug mal vor Ärger den Ringrichter Pippow KO

Immer Ärger mit Erich

Lünen Hotel günstig

Honnecker natürlich, wer sonst ? Die DDR ist glasklar retro.Also soll es auch ein Themenzimmer ” DDR” im Retro-Art-Hotel Lünen geben. Logisch – Retro-Art-Hotel.

Ach, dachte ich, das ist ganz einfach. Material gibt es genug. Bilder von verkommenen Häusern, Vopos, Stasi, Mielke, die ollen Trabis. Schon hast du dein Themenzimmer zusammen. 

Nee, so einfach geht das nicht. Soll ich jetzt meinen vielen Gästen aus der ehemaligen DDR erklären, alles was sie gemacht  haben und erlebt haben war Mist?  Das wäre eine Unverschämtheit und Arroganz. Vieles  nicht so schönes ist ja auch mit Ihnen gemacht worden, das haben sie sich nicht ausgesucht. Sie haben gelebt, geliebt, gearbeitet und versucht das Beste draus zu machen. Am Ende haben wir sie und die DDR dann überrollt und abgewickelt. Respekt wäre angebracht gewesen.
Die guten Ideen übernehmen. War nicht. So habe ich jetzt Mielke und das Sandmännchen, Honnecker mit Udo Lindenberg, das Sparwasser – Tor und Vopos, Trabis, Manfred Krug, Köfer, das Ampelmännchen. Frank Schöbel und meine Lieblinge die ” Pudys”, Karl Marx und eine abgewrackte Straße. Und meine letztes DDR Geld habe auch neben der Flagge mit reingebracht. Die DDR war deutsche Geschichte und zum Teil auch meine. Respekt war schon angebracht. 

Lünen Hotel günstig

Man gönnt sich ja sonst nichts

Retro-Art-Hotel Lünen seit 24 Jahren mit Jazz-Club

Von frühester Jugend an habe ich Jazz als meine Musik erkannt. Diese Leidenschaft ist nie vergangen und ins Wanken gekommen.

Passen dazu bei uns im Retro-Art-Hotel Lünen das Jazz – Themenzimmer

Hotel in Lünen

 

Vor 22 Jahren kamen dann ein paar nette Jungs – auch damals  schon nicht mehr die Jüngsten- und erzählten mir, sie wollten einen Jazz-Club gründen. Dann fragten Sie, ob sie die leerstehende legendäre Diskothek im Keller des Retro-Art-Hotels mieten können. Geld hätten sie aber sehr, sehr wenig. Das war mir egal, ich habe Ihnen den Keller mietfrei überlassen. Das passte einfach, das war meine Musik und ich finde Menschen toll, die nicht immer gleich nach dem Staat fragen, sondern selber was in die Hand nehmen.

Eine wunderbare Sache, der Jazzclub läuft immer noch. Die Jungs haben den Club wunderbar und stilgerecht eingerichtet, da ist Jazzfeeling pur. Es gab und gibt an vielen Wochenenden im Jahr wunderbare Konzerte mit gutem Jazz aller Stilrichtungen.  Retro-Art-Hotel und Jazz-Club – Lünen passen wunderbar zusammen. Ich freue mich wenn das so weiter läuft.

Die Bunte Tüte ist wieder da

Die “Bunte – Tüte”  wieder da im Retro-Art-Hotel in Lünen

vor 66 Jahren habe ich mir von meinem eigenen Geld die erste  ” Bunte Tüte” gekauft. Wer kennt sie nicht, konnte man an jeder Bude ( Kiosk)  kaufen.Da war alles drin, was einen richtig freute und sogsaumäßig ungesund war. Aber das Ungesunde war mir vollkommen egal.

So richtig aus der Mode und vergessen wurde die ” Bunte Tüte”  nie. Mein ältester Sohn, 43 Jahre alt, kauft sie sich heute noch.  Ich weiß nicht, gab es die “bunte Tüte”nur um Ruhrpott oder überall? Würde ich mal interessieren.

Bei uns im  Retro-Art-Hotel Lünen gibt es, um das bezahlen zu versüßen einen Korb aus dem sich die Gäste etwas aussuchen können. Da sind  Bounty, Mentos, Pfefferminz, Snickers , Mars,  Twixt …….  und natürlich auch die “Bunte Tüte”  drin. Am beliebtesten ist die “Bunte Tüte “.

Und das freut mich , daß es doch noch Menschen gibt, die schon früh morgens so richtig die ” Sau raus lass ” und was total Unvernünftiges tun. Einfach mal wieder wie die Kinder sind.

Wie Alfred Biolek mir Teekultur eintrichterte

Als Alfred Biolek mich mal  richtig zusammengeschissen hat

In den 70er Jahren habe ich als Chef de Rang im berühmten Schweizerhof in Berlin gearbeitet. Ein Hotel in dem sehr viel Prominenz zu Gast war. Ich glaubte schon viel von der gehobenen Gastronomie zu verstehen. Das war wohl  nichts.

Hotel in Lünen

 

Ich bekam den Auftrag in der Hotelhalle einen Tee zu servieren. Kein Problem – Heißes Wasser in eine Kanne, Teebeutel dazu, Tasse, Untertasse, Zuckerstreuer, Zitrone und ich stiefelte los. Tischnummer 14, ich grüßte höflich und setzte den Tee ab bei Alfred Biolek.  Er sieht den Tee, die Teebeutel und  sein Gesicht wurde puterrot, die Adern schwollen, die Augen quollen aus den Augenhöhlen wie  dicke Murmeln – ich dachte der stirbt gleich oder er bringt mich um. Dann fasste er sich, erhob seine Stimme und hielt mir eine halbe Stunde ohne scheinbar jede Atempause eine Vortrag, über Tee als solchen, die Bedeutung des Tees für das Wohl der Menschheit, die kulturelle Bedeutung von Tee, die Wirkung von Tee und das man Tee niemals, niemals mit Teebeutel zubereitet. Ich war fix und alle, der quasselte mich ins Grab. Ich konnte aber nicht entkommen. Er gab mir keine Chance.

Ich mußte Alfred Biolek auf der Stelle,  hoch und heilig beim Grabe meiner Oma,  versprechen eine solche Sünde, einen solchen Haufen von Sünden in meinem Leben nie wieder  zu  begehen. Nie mehr Teebeutel zu gebrauchen, immer Wasser und Tee getrennt zu servieren, das Wasser immer schön kochend über den Tee, Stövchen, Kandis, Sahne oder , na ja auch Zitrone,  den Gast zu informieren, wie langer Tee schon zieht. Alles das mußte ich wiederholen und wurde nochmal von ihm geprüft. Bis er endlich Ruhe gab und mich losschickte richtig zubereiteten Tee zu bringen.

Diese Lektion habe ich niemals vergessen, deshalb gibt es bei mir im Retro-Art-Hotel Lünen nur losen ” Eiles Tee” bester Qualität  mit Stövchen, Kandis nach Alfreds Bioleks Vorschrift zubereitet.

Ein Hotelzimmer, dass mir wichtig ist.

Unter den vielen “Themen” – und ” Art”-Zimmern  ist mir eines besonders wichtig. Ich werde oft auf dieses Zimmer angesprochen. es handelt sich um das ” Erich von Salomon” Zimmer. die Gäste fragen, wer ist Erich von Salomon?

Der Gentleman im Frack

In den 20er – 30er Jahren des letzten Jahrhunderts war er berühmteste Pressefotograf Europas.  Er war der König der Indiskreten. Stets schick gekleidet, mit gutem Benehmen und bester Allgemeinbildung schlich er sich unter die Reichen und Schönen und fotografierte, die sich unbeobachtet gefühlte Gesellschaft.

Hotel In Lünen

In der Zeit zwischen 1928 – 1933 wurden von keinem Fotografen so viele Pressebilder veröffentlicht, wie von ihm.  Diese Bilder sind weltberühmt und  gehören zu den wichtigsten Dokumenten seiner Zeit. Er fotografierte Marlene Dietrich und “Monsieur Salomon, le roi des Indiscrets” nannte ihn der französische Premierminister Astride Briand auf der Haager Konferenz, 1930 in Den Haag, als es Salomon einmal wieder gelungen war, sich heimlich den Politkern zu nähern, um heimlich Fotos zu machen.

Warum mich dieses Zimmer so berührt. Er war Jude. In Deutschland war er auf einmal verfolgt und verlor über Nacht Ruhm und Ehre. Er stand auf der Liste der Juden, Auswanderer und politisch Verfolgten!
Es kam, was kommen musste…
Er versteckte  sich in Holland. Er wurde verraten und mit seiner Frau und dem jüngeren Sohn Dirk deportiert.
Erich Salomon wurde 1944 in Auschwitz ermordet. Seine Frau und sein Sohn Dirk, wahrscheinlich schon kurz davor.

Es berührt mich, weil ich dankbar bin, nicht in dieser Zeit in diesem Land geboren zu sein, den Krieg und den Faschismus nicht erlebt zu haben. Weil es mich besorgt macht, wenn wieder solche rechten, menschenverachtenden  Tendenzen bei uns entstehen. Ich frage mich, lernen die Menschen niemals?

Seine berühmtesten Fotos hängen, vom original Negativ gezogen,  in dem Erich von Salomon gewidmetem Zimmer.